Entstehung des Museums

Das Museum ist aus der Privatsammlung des Herrn Kees Traas entstanden. Herr Traas wurde am 6. Februar 1958 in Nieuwdorp geboren, wo er in einer Familie mit zwei Brüdern und einer Schwester aufwuchs. Sein Vater war Lau Traas. Nieuwdorp wurde am 30. Oktober 1944 befreit. Vater Traas war damals 18 Jahre alt. Er meldete sich als Zeitsoldaten bei der kanadischen Armee, um so die Befreiung der Niederlande zu unterstützen. Später wurde diese Gruppe von Zeitsoldaten unter dem Namen "Bataljon Zeeland" ins ehemalige Niederländisch-Indien (heute: Indonesien) ausgesandt. Im Februar 1948 kehrten sie zurück in die Niederlande.

Der Umstand, dass Vater Traas in Niederländisch-Indien war, weckte bei Kees Traas das Interesse für den Zweiten Weltkrieg und dem "Bataljon Zeeland". Das erste Stück seiner Sammlung war ein kanadischer Helm, den Herr Klaas Schoolmeester, ein weitere Bewohner des Dorfes, 1944 auf dem Sloedam-Damm fand. In gut drei Jahrzehnten hat er eine große Sammlung an Erinnerungsstücken aufgebaut. Diese Gegenstände haben zu einer besseren Vorstellung der Kriegshandlungen, der Besetzung und der Befreiung der Provinz Zeeland in der Periode von 1940-1945 und dem Einsatz der Zeitsoldaten des "Bataljon Zeeland" in Niederländisch-Indien während 1945-1948 beigetragen.


In 2001 beschloss Herr Traas seine gesamte Kollektion einer Stiftung zu überlassen, damit nicht nur die Gegenstände, sondern vor allem auch die Geschichten den zukünftigen Generationen herhalten bleiben würden. Die Sammlung wurde bis zum Jahr 2006 in einem authentischen Seeländer Bauernhof in Zeeland ausgestellt.  

Bevrijdingsmuseum Zeeland
Nach einem gründlichen Umbau des Bauernhofes eröffnete am 30. Oktober 2009 Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Margriet das neue Bevrijdingsmuseum Zeeland. Die Eröffnung fand im Rahmen des Gesamtprogramms rund um den 65. Jahrestag der Befreiung von Zeeland und der Schlacht an der Scheldemündung statt. 

Die Eröffnung des Bevrijdingsmuseum Zeeland bescherte der Provinz Zeeland ein Museum, das sich mit der Geschichte dieser Provinz während des Zweiten Weltkrieges beschäftigt. Auch die Seeländer Zeitsoldaten, die in Niederländisch-Ostindien gedient haben, bekommen im Bevrijdingsmuseum Zeeland den Platz, der ihnen gebührt. 

Im Bevrijdingsmuseum Zeeland nimmt die Schlacht an der Scheldemündung einen zentralen Platz ein. Diese Schlacht tobte vom 18. Dezember bis zum 9. November 1944 (nach der gescheiterten Schlacht bei Arnheim). Die Schlacht an der Scheldemündung bekam in der Geschichte der Niederlanden nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hätte. Die gewonnene Schlacht an der Scheldemündung ermöglichte die Befreiung eines großen Teils der Provinz Zeeland und die Schelde bot erneut eine freie Durchfahrt. Antwerpen wurde zu einem wichtigen Einfuhrhafen für die Alliierten im Kampf gegen die Deutschen. Dank der gewonnenen Schlacht an der Scheldemündung wurde die Dauer des Kampfs erheblich kürzer. Dass die Schlacht an der Scheldemündung viele Opfer forderte, sowohl Zivile wie auch Soldaten, darf nicht in Vergessenheit geraten.

Bevrijdingspark Zeeland
Nach der Eröffnung des Museums ist die Stiftung Bevrijdingsmuseum Zeeland tatkräftig an die Arbeit gegangen, um eine Erweiterung der Museumsaktivitäten im großen Stil zu realisieren, und zwar mit einem Bevrijdingspark. Der Plan wurde bereits zu einem wichtigen Teil in die Tat umgesetzt. Auf einer Fläche von 3 Hektar entsteht ein einzigartiger Park. Der Bevrijdingspark zeigt die Schlacht an der Scheldemündung. Seeländer Elemente wie Wasser, Strand und Deiche bilden die Grundlage. Dazu kommen noch Bunker, Versperrungen, Panzer und sogar eine restaurierte Notkirche aus Ellewoutsdijk. Die Notkirche wird vom "Stiltebos" ("Wald der Stille") umsäumt. Der Wald ist ein ort zur Einkehr und Besinnung. Ein großer Ausstellungspavillon wird den Park ergänzen.